Sonntag, 16. August 2026

Öland: Von Böda nach Byxelkrok

DIE HIRSCHKÄFER-SPITZE 

HEUTE ERKUNDEN WIR BEIDE NORDSPITZEN DER INSEL UND ENTDECKEN DORT STEINWÜSTEN UNTERSCHIEDLICHER ART. FÜNFTER TAG UNSERER TOUR AUF DEM ÖLANDSLEDEN

Kiesküste: Radweg, Steinchen und Felsstrand im Nordwesten

Baumbögen:
Weitere Waldstrecke

Der Bahnhof Trollskogen hat nur ein Gleis, keinen echten Bahnsteig und nur selten Züge. Von einem deutschen Dorfbahnhof unterscheidet er sich dennoch, nämlich durch die großzügige abschließbare Wartehütte mit Grillplatz. Von außen ziert Vogelkot die Fensterbretter. Wenn ich hier bei Mistwetter gestrandet wäre, dann wäre ich bestimmt verdammt froh über das schützende Ding. Egal, ob mit oder ohne Grillkohle im Gepäck. (Angesichts der vielen Grillplätze haben wir tatsächlich überlegt, noch Grillsachen einzukaufen, die Idee dann aber doch verworfen.) Wir sind durch die ersten Schleifen auf herrlichen Waldwegen bis hierher gefahren und stehen nun überrascht an der Bahnstation herum, verwirrt und neugierig, was dieser Tag sonst noch bringen wird.

"Achtung, Sicherheitshinweis,
lassen Sie Ihr Gegrilltes
nicht unbeaufsichtigt!"
Grill im Bahnhof
Ich dachte, Öland hat gar keine Bahn mehr? Doch. 4,5 Kilometer lange Zweigstrecke hat ein Verein neu aufgebaut. Die ursprüngliche Böda Skoksjärnväg, also Waldbahn, entstand 1909, damit zwei zwei Dieselloks namens Großmutter mütterlicherseits und Großmutter väterlicherseits, das Holz abtransportieren konnten. Und manchmal bringt sie noch heute Touristen vom Badestrand Fagerrörs zum Naturschutzgebiet Trollskogen. ("Wir fahren ganz langsam aber wir haben auch Haltestrecken.") Natürlich nicht heute, schließlich sind wir in der zweiten Augusthälfte und damit laut den Insulanern ja schon quasi im Winter. Trotz der hellen Sommersonne, die durch die Zweige bricht.

Vorsicht an der
nichtexistierenden
Bahnsteigkante:
Trollskogen Hbf

Was ist das für ein Ort, den man als einzigen auf Öland mit der Bahn erreichen kann? Neben dem Bahnhof liegt ein Parkplatz, das geschlossene Naturum und das offene Klo. Und dann ist da ein Gatter im Zaun, das in einen ganz besonderen Wald führt, der uns sehr empfohlen und nach dem der Bahnhof und das Naturum benannt wurden.


Wurde nicht gefragt:
Fotografierte Käferin Karla

 "Sei vorsichtig wenn Du hast helle Kleider an."
- Kryptischer Hinweis der Böda-Waldbahn -
 

Bio-Leichentuch:
Toter Baum mit
Schlingpflanzen
Auf der Bahnhofstoilette bittet uns ein Schild, alle ekoxar bei der zuständigen Datenbank zu melden. Gern, aber was zum Geier sind denn ekoxar? Anscheinend ein Wort, das sämtliche KIs überfordert. Der erste Online-Übersetzer spricht von Eichhörnchen, der zweite von Echo-Ochsen, nur pons.de findet das richtige Wort: Hirschkäfer. Das passt zumindest zu dem Bild auf dem Plakat. Bei der Meldung soll man bitte auch Ort, Zeit, Geschwindigkeit, Geschlecht, Anzahl, Zustand und Größe angeben. Tatsächlich finden wir gegen Mittag eine Hirschkäferin (Hirschkuhkäfer? Hirschkäferkuh?). Das Geschlecht ist durch das fehlende Geweih leicht zu bestimmen. Allerdings befindet sie sich in keinem der drei auf dem Plakat genannten Zustände - fliegend, paarend, död - sondern chillt einfach nur auf dem Radweg, hat also einen weniger aufregenden Lebenswandel, als das Plakat suggeriert. Wobei der Radweg natürlich grundsätzlich ein Ort ist, an dem man als Insekt leicht im dritten und letzten Zustand landen kann.

Teerdown: Alte Grube
zum Teerbrennen
Im Trollskogen:
Gewundener Pfad
und gewundene
Baumleiche

Tatsächlich erinnert die ganze Nordspitze Ölands an einen männlichen Hirschkäfer. Wie zwei Scheren strecken sich zwei Arme nach Norden, dazwischen liegt fast vollständig eingeschlossen eine Bucht. Die rechte Schere besteht aus dem Trollskogen. Ich hatte den Trollskogen ursprünglich nicht in die Route eingeplant, aber die Künstlerin von Marsjö hatte ihn uns sehr empfohlen, also öffnen wir das Tor am Ende des Parkplatzes und schauten mal rein.
Dieser Wald ist noch heller als die anderen Wälder Ölands, von Trollen keine Spur. Es stehen hauptsächlich dünne Birken und andere dünne Bäume herum. Wenn ein Baum mal doch etwas dicker wird, betreiben die Birken so viel Fatshaming, dass er stirbt. Diese toten Bäume hüllen sich entweder in Efeu oder winden sich vor lauter Scham in eine kuriose Korkenzieherform. Diese leblosen Bäumchen sollen das Markenzeichen des Waldes sein. An die tanzenden Bäume der baltischen Staaten kommen sie allerdings nicht heran, denn zum einen gibt es nun auch nicht so wahnsinnig viele von ihnen und zum anderen sind sie nicht besonders hoch, nach wenigen Metern brechen die Stämme immer ab.

Bucht, Bodden, Wiek, Fjord?
Auf jeden Fall ein Stück
fast eingeschlossene Ostsee,
was immer gerade die korrekte
Bezeichnung dafür ist 

Am Ende des Trollskogen steht etwas unerwartet ein stinknormales weißes Wohnhaus mit geschlossenen Toren. Die Ostseebucht schimmert durch die Zweige, und direkt daneben wurde das Zeug gebrannt, mit dem man Holzschiffe imprägnieren musste, damit sie sicher aus dieser Bucht rausfahren konnten. Einfach das harzige Kernholz der Kiefern in die Grube schmeißen, Kohle, Reisig und Grassoden oben drauf, dann durch ein Loch anzünden. Von der Teergrube im Teerskogen sind noch ein paar Steine und eine hölzerne Klappe übrig, aus der unten das fertige Teer rauslief.

Gedenkschranke
Auf asphaltierten Straßen und Radwegen umrunden wir die stille Bucht, die nur einmal über eine gelbliche Wiese hinweg zu sehen war. Halbschranken blockieren den Radweg und sollen für mehr Sicherheit sorgen. In mindestens einem Fall haben sie anscheinend das Gegenteil bewirkt. Eine Schranke ist über und über mit Blumen dekoriert, und ein Foto erinnert an eine ältere Frau, die irgendwie an dieser Schranke ums Leben gekommen ist.

Kahler Kies:
Steinstrand im Nordwesten

Damit sind wir im Nordwesten der Insel, und hier wird es wieder rauer. Der Kalmarsund ist viel breiter, das Festland ein ferner Streifen. Der Radweg folgt hier oft einer Straße direkt am Wasser, auf der einen Seite ein zusammengekauerter Wald, auf der anderen schlagen die Wellen gegen schartige Felsplatten. Nicht diese gerundeten Dinger, die man sonst an den skandinavischen Schärenküsten findet. Die Felsplattenstrände auf Öland sind eckig wie die in der Toskana, nur eben nicht in warmen Brauntönen, sondern in kalten Grautönen. Daneben liegt ein breiter Streifen Kies fast ohne Pflanzen.

Dieses Bauprojekt wurde
gut begründet:
Brücke zu Stora Grundet

Als wir an einer Wendeschleife ankommen, ist es wieder ein bisschen bewachsener, sogar ein Baum spendet Schatten für den Rastplatz. Damit sind wir am Norra Udde, dem Nordende der Insel angekommen. Eine kurze Holzbrücke führt allerdings noch rüber auf die Insel Stora Grundet, die mit anderen Inseln die Einfahrt in die Bucht blockiert. Auch wenn davon nicht viel zu sehen war: In Richtung Norden zersplittert die Ostküste Ölands auch ein bisschen in eine kleine, bescheidene Schärenlandschaft.

Sandland: Das östliche Ende
von Stora Grundet

Stora Grundet jedenfalls besteht aus einem Haufen sandiger Wege mit niedrigen, windgebeutelten Gräsern und Bäumchen. In der Mitte steht der Långe Erik, das weitgehend identische Gegenstück zum Lången Jan im Süden. Bis 1976 lebten auf der Insel der Leuchtturmwärter, der Chefleuchtturmwärter und der Leuchtturmwärterassistent, alle jeweils mit ihren Familien - sie hatten sogar eine Schule für die Kinder. Nach der Automatisierung gab es hier nur noch einen Meteorologen. Die früheren Häuser dienen heute als Eisladen, eines enthält noch immer ein Signalhorn für neblige Tage.

Jenga für Vollprofis:
Steintürme auf Stora Grundet

Als wir ein paar Schritte nach Norden machen, stehen wir urplötzlich vor einem kompletten Wald aus Steintürmen. Damit meine ich diese kleinen Dinger, die manchmal Wanderer als eine Mischung aus Wegweiser, Ich-war-hier und Pausenbeschäftigung aufstapeln. Ich habe aber noch nie so viele auf einem Ort gesehen, schon gar nicht im Flachland, und manche davon echt hoch. Der Steinstrand ist komplett blockiert, denn aus Respekt vor diese Stapelleistung wagt es kein einziger Tourist, sich da durchzuschlängeln und im Meer zu schwimmen. Yumi und der Nightmare-Painter könnten hier ihren Traumurlaub verbringen.

Wüste-Beleidigung: Die
Promenade von Byxelkrok
ist potthässlich. 

Dann sind wir auch schon in Byxelkrok, dem kleinen Zentrum Nordölands. Es ist ein wirklich sehr kleines Zentrum, und auch noch ein ziemlich komisches. Rechts von der Hafenstraße steht ein Haufen roter Häuser mit Geschäften, die zum Beispiel Kinderkleidchen mit Pippi-Langstrumpf-Motiv verkaufen, und Restaurants mit einem extra Hundemenü: 2 Köttbullar für 20 Kronen, eine rohe Wurst für 15 Kronen, ein rohes Ei für 10 Kronen. Diese Hälfte hat außerdem einen öffentlichen Trinkwasserhahn und ist somit ganz in Ordnung.
Die andere Hälfte dagegen ist eine Art Steinwüste mit großen Brocken, in deren Mitte eine Fontäne auf algenbewachsene Steine prasselt und vergeblich versucht, der Wüste etwas Frische einzuhauchen. Dahinter parken Wohnmobile die Wüste zu. Es ist heiß, richtig heiß. Aber es gibt immerhin eine Ladestation für E-Bikes, an der ich frischen Strom zum Mithalten tanke.

Mit KfZ und Kegel: Fähre
Byxelkrok - Oskarshamn

In der Mitte von alldem legt die zweite Öland-Fähre ab. "Schwedens gemütlichste Fähre" fährt noch bis zum 28. August zweimal täglich in jede Richtung, wann genau, sollte man vorher bei der Buchung nachschauen, denn es kann immer mal um eine halbe Stunde vom allgemeinen Fahrplan abweichen. Eine halbe Stunde vorher stehen die Autofahrer in der prallen Sonne Schlange, daneben am Rand die Radler und Fußgänger. Schließlich legt der olle Stahlkahn an, die Spitze fährt mit der Durchschnittsgeschwindigkeit einer fußlahmen Schnecke nach oben, und ein Matrose entfernt den Kegel, der bislang ganz allein sämtliche illegalen Fahrten auf die Rampe verhindert hat. Das olle Schiff schwankt ziemlich stark in den Wellen des Kalmarsunds, ein Matrose wickelt deshalb nochmal extra ein Seil um alle Fahrräder. Die Fahrt geht nach Oskarshamn auf dem Festland, von wo aus auch Anschluss nach Gotland besteht, beide Inseln lassen sich also gut zu einer zweiwöchigen Tour verbinden. Für die Überfahrt braucht es zwei Stunden. Zum Vergleich: Die Gotlandfähre nebenan fährt etwa dreimal so weit, braucht dafür aber nur eine Stunde länger. Die Hälfte der Fahrzeit läuft ein Video mit Sicherheitshinweisen auf dem Bildschirm. Aber es gibt immerhin ein sonniges Außendeck und einen schattigen Imbissraum mit ausreichend Sitzplätzen im Inneren, also ist das allem Gemecker zum Trotz schon in Ordnung.

Sternzeichen unbekannt:
Die Blaue Jungfrau

Und die Aussicht ist nicht schlecht. Denn wir ziehen ziemlich dicht vorbei an einer ganz speziellen Insel, die schon auf Öland alle Blicke auf sich gezogen hat. Eine einsame Kuppe brauner Felswände mit Wald drauf ragt aus dem Kalmarsund, ungewöhnlich hoch und erstaunlich regelmäßig. So ähnlich habe ich mir die Vogelinseln aus Isles of the Emberdark vorgestellt. Ausflugsschiffe von Byxelkrok und Oskarshamn fahren dorthin. Es ist kein Wunder, dass dieses unwirkliche Eiland die Fantasie der Menschen beflügelt hat - aber leider nicht immer zum Guten. Die magische Insel heißt Blåkulla oder Blå Jungfrun und ist angeblich eine Schildkröte. Auf dem Panzer der Blauen Jungfrau treffen sich Schwedens Hexen für ihre magischen Rituale. Eine Info, die bei heutigen Menschen wahlweise ein Okay, sollen sie doch oder ein Kann ich mitmachen? hervorruft, aber zur Hochzeit der Hexenverfolgung natürlich todernst genommen wurde. Die Insel ist im Prinzip der schwedische Brocken, wenn der Brocken in der Ostsee liegen würde und Mittelpunkt einer irrwitzigen Verschwörungstheorie gewesen wäre. 

Badesand: Strand
von Byxelkrok
Es begann damit, dass ein Mädchen in einem Heim behauptete, sie sei für irgendwelche obskuren Teufelsrituale auf die Insel entführt worden. Die Erwachsenen nahmen die Sache ernst, und nach intensiven Befragungen begannen sich plötzlich immer mehr Menschen an ihre angebliche Zeit als Kind auf der Insel zu erinnern. Das Ergebnis war eine lawinenartige Denk-doch-einer-mal-an-die-Kinder-Hysterie, die selbst QAnon neidisch erblassen lassen würde. Mahnende Stimmen in Kirche und Staat, die das alles ein bisschen übertrieben fanden, gingen unter. Erst nach vielen Prozessen und Todesurteilen gestand das ursprüngliche Mädchen irgendwann kleinlaut ein, sie sei nie auf der Insel gewesen und habe sich das nur ausgedacht, um sich wichtig zu machen. Peinlich berührt kehrte ganz Schweden die Affäre unter den Teppich.

Vom Grauen ins Grüne:
Radweg aus Byxelkrok

Gut, aber jetzt zurück auf Öland. Schauen wir noch kurz nach, was hinter Byxelkrok kommt. Die Antwort: Schönere Dinge als Byxelkrok. Die kahlen Steinfelder sind vorerst vorbei, jetzt wird es grüner. Zuerst kommt ein netter Strand mit einer kleinen Seebrücke, einem Beachvolleyballfeld und einer Sauna in einem Fass. Die kann nur nutzen, wer Vereinsmitglied ist. Das funktioniert so: Mitglieder kriegen einen Türcode, sie können die Sauna aber nicht reservieren. Wenn man kommt und es ist noch jemand drin, dürfen die Leute im Fass noch maximal 45 Minuten fertigsaunieren.


Ein Lichtlein klein: Das
Byxelkroker Leuchttürmchen
Der Radweg folgt der Straße hinter dem Strand, und ganz hinten folgt eine ausgesprochen hübsche Dünenspitze mit einem ausgesprochen kleinen, quadratischen Leuchtturm drauf. Im Prinzip ist es eher ein weißer Leuchtwürfel. Die Treppe kann man einfach so hochsteigen, ohne Eintritt oder irgendwas. Obendrauf steht noch eine weiße Metallröhre mit Spitzhut, unter der es hervorleuchtet.

Rückwärtsgewandt:
Blick vom Leuchtturm auf die
Bucht von Byxelkrok
Es folgen noch ein paar Kilometer absolut schöner Küstenradweg, der noch zum Gebiet von Byxelkrok gehört. In den schiefen Kiefernwald hat sich ein weißes Pferd verlaufen, das in dieser Umgebung aus der Ferne wie ein Einhorn anmutet.
Kann das Seinhorn?
Pferd im Küstenwald

Dazwischen immer wieder offene Bereiche mit einem seltsamen Fruchtbarkeits-Kontrastprogramm: Rechts zwängt sich das Gras mit Mühe aus dem steinigen Alvar-Boden, links dagegen beginnen gleich hinter der Mauer dichtbewachsene Gärten, in denen die Obstbäume voller Obst hängen.
Anschließend folgen noch ein paar Kilometer Kieswege durch den Wald, so wie wir sie gestern schon hatten.

Links üppig, rechts gestrüppig:
Gärten und Küstenweg
bei Byxelkrok

Und dort geht noch einmal ein Abzweig ab zum letzten, schönsten und küstennächsten Shelter auf dem Ölandsleden. Es ist zwar ein kleiner Umweg in diesen Küstenwald, aber dafür wird der Radfahrer reich belohnt. Diese Hütte hat kein Plumpsklo, dafür hat jemand im Inneren sogar Kissen und Kuscheldecke zurückgelassen, für den Fall, dass es kälter werden sollte als geplant. Unhygienisch ist das nicht zwingend, schließlich lassen sich die Dinger auch von außen auf oder unter den eigenen Schlafsack legen.

Decken statt Zecken:
Shelter im Nordwesten
Das wahre Highlight ist aber die Lage im schönsten Nadelwald, das Wasser im Blick, nur ein paar Meter von steinigen Strand entfernt. Ein laminierter Zettel zeigt zwei Luftaufnahmen dieses Waldes: In den 1940ern war wohl alles kahl, 2017 dann zugewachsen. Aha, und da steht auf Schwedisch, der Mensch hat irgendwie mitgeholfen? Das ist ja nett, dass der Mensch alles wieder angepflanzt hat, was er abgeholzt hat.
Diese voreilige Schlussfolgerung ist absoluter Käse. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Seit den 1940ern ist alles von Natur aus immer mehr mit Kiefern zugewachsen, und jetzt schafft er Mensch wieder künstliche Lichtungen. Der Wald ist jetzt nämlich so dicht, dass einige der ältesten Bäume durch die junge Konkurrenz abzusterben, und auch andere Arten, die auf Licht angewiesen sind, finden keinen Lebensraum mehr. Der Zettel bittet um Entschuldigung für das wüste Aussehen, aber das würde langfristig die natürliche Vielfalt erhöhen. Anders als in Byxelkrok kann ich nichts erkennen, das wüst aussieht, somit fällt mir die Entschuldigung leicht. Die Frage ist nur: Wieso war es in den 1940ern überhaupt so kahl, also wieso sind die Kiefern nicht schon früher gewachsen? Vielleicht hatte das doch etwas mit dem homo sapiens und ein paar bitterkalten, mangelhaften Kriegswintern zu tun.
Bringen keine Abwrackprämie:
Kaputte Boote

Ob die kaputten Holzboote am Strand wohl auch aus dieser Zeit stammen? Sie liegen mit dem Kiel nach oben, es fehlen einige Balken. Das verrostete Gerät mit dem großen Zahnrad war vermutlich eine Vorrichtung, um sie an Land zu ziehen. Solche Boote liegen an mehreren Stellen an den Badestränden von Ölands Westküste, aber genau wie das Shelter sind sie nirgendwo so malerisch wie hier.

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