IM SCHUTZGEBIET DER NACHT
WIR ERREICHEN AUF ABENTEUERLICHE UND WILDROMANTISCHE WEISE DIE INSEL ÖLAND. ERSTER TAG UNSERER TOUR AUF DEM ÖLANDSLEDEN
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| Alle Vögel sund schon da: Beijerhamns naturreservat (Öland) am Kalmarsund, im Hintergrund die Stadt Kalmar (Festland) |
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| Es radelt in der Kiste: Bikeboxen im Öresundzug |
"Nästa: Kalmar Central."
Zischend kommt der Zug an der Endstation zum Stehen, und mehrere Männer greifen nach ihren Koffern. Wobei das Wort Koffer diesem Monstergepäckstücken nicht mal ansatzweise gerecht wird. Nur weil die Riesenkisten senkrecht aufgestellt wurden, kommt überhaupt noch jemand durch den Gang zwischen den Klappsitzen durch. Was da drin ist, daraus machen die Plastikkisten keinen Hehl. Bikebox steht außen drauf, auch die Form deutet vageauf zwei Räder im Inneren hin. Eine kurze Online-Recherche meines Begleiters ergibt, dass die Dinger ab 400 Euro und deutlich aufwärts zu haben sind, wenn man das eigene Rad im Flugzeug sicher transportieren will. Ergibt Sinn, immerhin sind die alle im Flughafen Kopenhagen zugestiegen. Ich dachte, diese Radprofis würden von einer Fernreise in
ihre jeweilige Heimatstadt zurückkehren. Doch sie sind alle bis zur Endstation dringeblieben. Wohnen die etwa alle in Kalmar?
Auch am Innenstadthafen von Kalmar haben sich so einige Radler und Fußgänger versammelt, diesmal mit vergleichsweise nackten Rädern, alle wie magisch angezogen von dem großen blauen Fußgänger- und dem ebenso großen blauen Fahrradschild. Die Schilder verweisen aber nicht auf einen Weg, sondern auf die Cykelfärjan Dessi. Um 21:30 soll die letzte Fähre abfahren, die wir mit diesem Zug noch schaffen. Kaum haben wir gehorsam ein Onlineticket gebucht, da tuckert auch schon ein kleines türkises Schiff an die Kaikante heran und klappt langsam seine Seite auf. Brav warten wir oberhalb der hölzernen Rampe, damit auch zuerst alle rollenden Fährgäste aussteigen können - bis uns klar wird, dass 100 Prozent der Aussteigenden in der Lage sind, die Treppe zu nutzen.
Zischend kommt der Zug an der Endstation zum Stehen, und mehrere Männer greifen nach ihren Koffern. Wobei das Wort Koffer diesem Monstergepäckstücken nicht mal ansatzweise gerecht wird. Nur weil die Riesenkisten senkrecht aufgestellt wurden, kommt überhaupt noch jemand durch den Gang zwischen den Klappsitzen durch. Was da drin ist, daraus machen die Plastikkisten keinen Hehl. Bikebox steht außen drauf, auch die Form deutet vageauf zwei Räder im Inneren hin. Eine kurze Online-Recherche meines Begleiters ergibt, dass die Dinger ab 400 Euro und deutlich aufwärts zu haben sind, wenn man das eigene Rad im Flugzeug sicher transportieren will. Ergibt Sinn, immerhin sind die alle im Flughafen Kopenhagen zugestiegen. Ich dachte, diese Radprofis würden von einer Fernreise in
| Dessieht nach einer Fähre aus: Cykelfärjan Dessi im Hafen Kalmar |
Auch am Innenstadthafen von Kalmar haben sich so einige Radler und Fußgänger versammelt, diesmal mit vergleichsweise nackten Rädern, alle wie magisch angezogen von dem großen blauen Fußgänger- und dem ebenso großen blauen Fahrradschild. Die Schilder verweisen aber nicht auf einen Weg, sondern auf die Cykelfärjan Dessi. Um 21:30 soll die letzte Fähre abfahren, die wir mit diesem Zug noch schaffen. Kaum haben wir gehorsam ein Onlineticket gebucht, da tuckert auch schon ein kleines türkises Schiff an die Kaikante heran und klappt langsam seine Seite auf. Brav warten wir oberhalb der hölzernen Rampe, damit auch zuerst alle rollenden Fährgäste aussteigen können - bis uns klar wird, dass 100 Prozent der Aussteigenden in der Lage sind, die Treppe zu nutzen.
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| Duch Fallstudien nachgewiesen: Fahrräder kippen auf der Fähre Dessi leicht um |
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Lichterlinie: |
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| Taghell: Färjestaden am Tag |
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Unge-Fähre Angabe: Die rostige |
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Rücklichtsvoll: Ausfahrt aus |
Hurtig spurten wir auf straßenbegleitenden Radwegen aus der Stadt, ignorieren die recht schicken Hotels und Wohnhäuser. Ich will meinem teuren Begleiter auf dieser Reise die gar edle, wilde und vor allem kostengünstige Kunst des Wildcampings vermitteln, und zwar indem ich gleich in der ersten Nacht gegen einen der wichtigsten Grundsätze verstoße: Suche den Lagerplatz noch im Hellen. Neun dunkle Kilometer sind noch zu absolvieren bis zu der Stelle, die ich ausgesucht habe. Hohe Gräser schälen sich aus dem Scheinwerferlicht, und schließlich taucht ein Laubwald auf, den ich als freundlich und mein Begleiter als unheimlich einstufen. Auf den großen schwedischen Inseln sind die Naturschutzgebiete oft nur kleine Waldrechtecke oder schmale Streifen entlang der Küste, was es deutlich leichter macht, schöne legale Zeltstellen zu finden.
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| Der grüne Mittelweg: Waldpfad zwischen den Naturschutzgebieten |
"1. Årta (Anas querquedula) hona (female Garganey) 2. Snatterand (Annas strepera) hane (male Gadwall)..." - Vogel-Bestimmungstafel im Beijershamn naturreservat -
Wir biegen auf einen radelbaren Kiespfad ein. Dieser Streifen mit großen windschiefen Hecken hat schon einen Hauch von Dünenlandschaft, auch wenn er zwischen zwei Wäldern bzw. dem Beijerhamns naturreservat und dem Naturreservat Vickleby
ädellövskogs naturreservat liegt. Letzteres ist einfach ein kleines rechteckigen Waldstück, aber ersteres haben wir uns am nächsten Morgen noch genauer angeschaut. Im Prinzip das klassische Programm: Hölzerne Aussichtstürme, eine flache Gras- und Algenküste und natürlich ein langer Holzsteg über dir Salzwiesen und Seen. Die vorhandenen Vögel standen zu weit entfernt im Schlamm, um die
Skräntärna von der Småtärna und der Silvertärna zu unterscheiden. Dennoch könnten wir sie aus nächster Nähe bewundern. Die üblichen Vogelbestimmungstafeln zeigten das Vogelvieh nämlich in ungewöhnlich küstlerischen Wasserfarbenzeichnungen. (Glaube ich. Es sei denn, das ist alle KI-generiert, das kann natürlich auch sein.) Ungewöhnlich auf derartigen Holtürmen ist sicher auch der Großstadt- und Großbrückenblick auf Kalmar. Und der kleine gelbe Stein mit Abba-Logo. So ganz natürlich ist das Beijershamn-Gebiet eigentlich nicht, es wurde gezielt angelegt und angepflanzt, um gegen Erosion und den steigenden Wasserspiegel zu schützen und den "missglückten" Hafenbau auszugleichen.
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Nur wortwörtlich auf dem |
| Wogende Wiesen: Naturreservat Beijershamn am Kalmarsund |
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| Mücken-Mauer: Innenzelt zwischen den Naturschutzgebieten |
In diesem Haufen Natur sollte es auch eine Schutzhütte geben. Doch als wir am Zaun ankamen, erlangen Gelächter und Gespräche vieler Personen - besetzt!
Also schlugen wir unser Zelt auf dem mageren Rasen auf. Und zwar nur das Innenzelt. Denn die Regenwahrscheinlichkeit beträgt 10%, die Mückenwahrscheinlichkeit hingegen 100%.
Ach ja, und irgendwie haben wir heute eine Sonnenfinsternis komplett übersehen.









