Rund um Turku ist alles noch mit Radwegen und felsigen Schnellstraßen verbunden. In diesen Wäldern war es ein wenig kniffliger, einen Schlafplatz ohne Naturschutzgebiet oder Haus zu finden, aber nicht unmöglich.
Sehr schnell gelangte ich in die kleine und unauffällige Universitätsstadt Naantali. Es war noch alles still, nicht mal Studenten auf dem Heimweg von der Kneipe waren zu sehen.
Und dann verlässt der Ostseeradweg das Festland. Zwei Bänke bieten ein felsiges Panorama auf zwei Inseln und eine farblich passende Betonbogenbrücke, die sie verbindet.
Schäre Nr. 1: Raumakari
ist ein entfernt reptilienförmiger Felsen mit einem größeren Baum an der Seite, der die Brücke von unten stützt. Aber immerhin gibt es einen Durchgang, um den Gehweg auf der Brücke zu verlassen, falls man auf dem Reptil herumkraxeln oder ins Wasser springen möchte.
Schäre Nr. 2: Luonnonmaa
folgt dann gleich hinter der Brücke.
Auch auf den Inseln gibt es Radwegweiser. Manchmal sind sogar die nationalen finnischen Radwege darauf angegeben, meistens eine Nummer im weißen Kästchen, hier dagegen ein Sonnenaufgang. Während der EuroVelo10 wirklich gut beschildert ist, sollte man sich bei den nationalen Routen aber nicht auf Vollständigkeit verlassen.
Man merkt Lounnonmaa die Nähe zur Großstadt noch an. Wo ich an einer größeren Straße fahren musste, gab es einen separaten Radweg. Gelbe Linienbusse kreuzen über die Straßen, ordentlich Blümchen blühen auf den Verkehrsinseln, und die Felder sind unterteilt in Streifen aus Grün und Gelb. Falls doch mal ein Wald mit moosigen Felsblöcken auftaucht, wirkt sogar der eher wie ein Teil einer Parklandschaft.
Hauptsächlich scheint es sich um eine Wohn- und Vergnügungsinsel der Oberschicht von Turku zu handeln. Die modernen Villenkästen sehen teuer aus, kleine Seen wurden zu Hindernissen auf dem Golfplatz umfunktioniert, die kleinen Buchten zum Segenhafen.
Das zugewachsene Inselchen gibt seine Geheimnisse nur ungern preis. Es verfügt über eine Wendeschleife, einen Grillimbiss und ein Naturschutzgebiet (eine seltsame Kombi), ein Großteil von Särkka ist aber unzugänglich.
Es folgt die nicht-kanadische
Schäre Nr. 4: Otava
wo die Felsen so weit angewachsen sind, dass manche Häuser auf ihnen draufstehen. Und hier trennen sich die Wege. In Meripirrti biegt der Ostseeradweg rechts ab und zurück aufs Festland.
Aber Moment. Laut dem Museum gestern beginnt hier das größte Archipel der Welt. Davon würde ich gern mehr sehen als einen Golfplatz. Mal ganz davon abgesehen, dass ich auf diesen Inseln wahrscheinlich mehr von der finnischen Ostsee mitkriegen werde als auf dem eigentlichen Ostseeradweg. Bevor ich also auf dem Festland weiterfahre, will ich die Inseln entdecken. Wenn ich jeden Tag eine Insel besuchen möchte, bräuchte ich dafür 110 Jahre. Mein Urlaubsantrag in entsprechender Länge wurde aber aus irgendeinem Grund abgelehnt. Stattdessen habe ich auf touren-wegweiser.de eine Radroute durch das Inselmeer gefunden, die sich auch super als Abkürzung eignet für Radfahrer, denen die komplette Strecke um den Bottnischen Meerbusen zu viel ist. Auf zu einem Inselhopping, wie ich es noch nie gemacht habe!
Die Hauptroute auf dem Festland geht hier weiter.











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